TIB des Jahres

Rückblick - Ein Jahr „Trans*Inter* Beratungsstelle“

Am 16.05.2017 konnte sie dann offiziell eröffnet werden. Anfang Juni fing Vincent bei der Beratungsstelle als Berater, zusätzlich zu Robin , auf der zweiten 75% Stelle an. Zwei Wochen darauf folgte Andrea. Wir waren glücklich sie in Form eines Mini-Jobs für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit und als generelle Unterstützung gewinnen zu können.
Irena Wunsch leitet die Beratungsstelle mit einem kleinen Stundenanteil, im Rahmen ihrer Funktion als Leitung des Bereiches Beratung und Prävention, zu der neben der HIV-Beratungsstelle auch die Beratungsstelle RosaAlter, als ein Projekt der Münchner Aids-Hilfe e.V. gehört.
 
Das Beratungsangebot wird durch die Stadt München finanziert und ist eine der wenigen, hauptamtlich geförderten Beratungsstellen deutschlandweit für diesen Bereich.

Unsere Aufgaben lassen sich in vier zentrale Bereiche unterteilen:
• Individuelle Beratung, Begleitung und Unterstützung
• Fachberatung und Fortbildung zu den Themen trans* und inter*
• Unterstützung der Selbsthilfe-Gruppen, Netzwerke und Vereine
• Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung

Individuelle Beratung, Begleitung und Unterstützung:
Da wir die Auswertung des Jahres immer am Ende des Kalenderjahres anfertigen, beziehen sich die folgenden Zahlen auf Juni bis Dezember 2017.

In dieser Zeit haben sich 123 Personen an die Beratungsstelle gewandt. Davon haben 78 Personen einen trans* Hintergrund, der sich auf 23 trans*-männliche, 17 trans*-non-binäre und 38 trans*-weibliche Personen verteilt. Mehrheitlich haben trans*Menschen und deren Angehörige die Beratungen angefragt.  Dabei ist der Anteil von Eltern bei den Angehörigen, die sich an uns wenden, sehr hoch.

Insgesamt gab es in diesem Zeitraum 237 Kontakte von Ratsuchenden. Der Anteil der langfristigen Kontakte machte dabei 80% aus. Ein sechstel aller Beratungen 2017 wurden von Eltern genutzt.
 
Fachberatung und Fortbildung zu den Themen trans* und inter* & Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung:
Da trans* und inter* Menschen in allen Lebenslagen und mit unterschiedlichsten Themen zu uns in die Beratung kommen, benötigen wir für unsere Arbeit eine differenzierte Verweisstruktur. Daher ist eine gute Vernetzung mit anderen Einrichtungen des Hilfesystems eine sinnvolle Grundlage unserer Arbeit.
 
Im Jahr 2017 haben wir uns deshalb mit 12 anderen Einrichtungen gezielt vernetzt, darüber hinaus erreichten wir zahlreiche Träger der Regelversorgung durch unsere Öffentlichkeitsarbeit. Wir veranstalteten 7 Fortbildungen, hatten 2 Infostände, gaben Interviews und organsierten Veranstaltungen. Zum Beispiel zeigten wir am Intersex Awareness Day und innerhalb der Prideweek,  den sehr eindrucksvollen Film „Intersexion“.
Unsere Gremienarbeit umfasste beispielsweise den „Szenestammtisch“ und den „Runden Tisch zur Gleichstellung von Schwulen, Lesben und Transgendern der Koordinierungsstelle der LHM“.

Unterstützung der Selbsthilfe-Gruppen, Netzwerke und Vereine:
Im letzten Jahr war es uns besonders wichtig, Kontakt zu den Selbsthilfegruppen herzustellen, unsere Einrichtung als hauptamtliche Ergänzung zur Selbsthilfe zu etablieren und uns zu vernetzen.

Wir stehen im Kontakt mit „VivaTS“, „TransMann e.V.“, „Trans-Ident München“, „QTies“, „Diversity“, der „Trans*Inter*Tagung München“ und einer Gruppe von Angehörigen für trans*Menschen.
 
An dieser Stelle muss die ehrenamtliche Arbeit hervorgehoben werden, die für einen großen Teil der Hilfe und Unterstützung von trans* und inter* Personen ausschlaggebend sind. Nur durch ein großes, ehrenamtliches Engagement sind diese tollen Angebote überhaupt erst möglich.
Bei Bedarf stellen wir inter* oder trans* Selbsthilfegruppen gerne Räume zur Verfügung.
 
Vielen Dank für all die Unterstützung im letzten Jahr.
 
Euer Team der Trans*Inter*Beratungsstelle
Robin, Vincent, Andrea und Irena

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